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Ostholsteiner Schüler erreichen hervorragende Ergebnisse bei der „Mathematik Olympiade“

01.12.2014

Mathematik dürfte in der Schule für Viele nicht gerade ein Lieblingsfach gewesen sein. Anders geht es den rund 250.000 Schülern, die bundesweit jedes Jahr an der „Mathematik Olympiade“ teilnehmen. Zum 54. Mal messen sich Jungen und Mädchen von der dritten Klassenstufe an in dem anspruchsvollen Wettbewerb. Am Dienstag fand in der Aula der Johann-Heinrich-Voß-Schule der Kreisentscheid statt. Elf Schüler qualifizierten sich für die Landesrunde in Flensburg, die im Februar stattfinden wird.

Rund 90 Jungen und Mädchen haben sich in der zum großen Klausurraum umgewandelten Aula eingefunden. Diese Woche finden in ganz Deutschland die Regionalrunden des Wettbewerbes statt. In der ersten Etappe konnten die Schüler die Aufgaben zu Hause bearbeiten, die erfolgreichen Mathematiker wurden von ihren Schulen aus Bad Schwartau, Oldenburg und Eutin in die Voß-Schule geschickt. Um 9:30 fällt der Startschuss, nun haben die Schüler je nach Klasse 90 bis 180 Minuten Zeit um die Aufgaben zu bearbeiten. Dabei gelten strenge Regeln: Niemand darf neben einem Schüler mit den gleichen Aufgaben sitzen, nur Fragen zur Aufgabenstellung werden beantwortet, ein Taschenrechner darf erst ab Klasse 8 verwendet werden. „Eigentlich brauchen aber auch die Älteren keinen Taschenrechner“, meint die Kreisbeauftragte Birgit Behr. Hier sei nämlich vor allem abstraktes und logisches Denken gefragt. Bei den unteren Klassenstufen muss mehr gerechnet werden. So sollten die Sextaner zum Beispiel ermitteln, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit eine Million Sekunden im Jahr 2014 vergangen sind. In der Mittelstufe kommen dann neben logischen Rätseln vermehrt Geometrie Aufgaben vor, die Oberstufenschüler müssen sich unter anderem mit komplizierten Gleichungssystemen auseinandersetzen. „Der Wettbewerb ist sicherlich eine Begabtenförderung, aber natürlich geht es um den Spaß an der Mathematik“, schmunzelt die Lehrerin.

Die Matheolympiade reiht sich in eine Vielzahl mathematischer Wettbewerbe ein, an der die Eutiner Schule teilnimmt. So können die Schüler am „Känguru der Mathematik“ - Wettbewerb teilnehmen, in der „Nacht der Mathematik“ zu später Stunde im Computerraum der Schule knobeln oder sich die Adventszeit mit den Weihnachtsaufgaben versüßen. Seit mittlerweile neun Jahren ist Behr an der Voß-Schule für die Olympiade verantwortlich: „Wir haben seit Jahren sehr gute und stabile Teilnehmerzahlen.“ Über ein zu geringes Interesse der Jugend an der Mathematik kann man sich offensichtlich nicht beschweren.

Dies legen auch die beeindruckenden Ergebnisse nahe. In der Oberstufe schrammte der Voß-Schüler Einhard mit einer phänomenalen Punktzahl von 29,5 Punkten haarscharf an der möglichen Bestleistung von 30 Punkten vorbei. Mit 27 Punkten etwas dahinter lag David, ebenfalls von der Voß. Den dritten Platz bei den Elft- und Zwölftklässlern belegte Sabrina, Schülerin des Leibniz-Gymnasium Bad Schwartau, mit 26 Punkten. Alle drei qualifizierten sich für die Kreismannschaft, die im Februar in Flensburg für Ostholstein antreten wird. Ebenfalls mit dabei sein werden Stine (1. Platz in Klassenstufe 9, 16 Punkte, Gymnasium am Mühlenberg Bad Schwartau), Lisa (1. Platz in Klassenstufe 8, 26,5 Punkte, Johann-Heinrich-Voß-Schule) und Lisa-Marie (2. Platz in Klassenstufe 8, 26 Punkte, Carl-Maria-von-Weber Schule). Für die siebten Klassen werden Jonah (1. Platz, 26 Punkte, Leibniz-Gymnasium) und Thore (2. Platz, 25 Punkte, Gymnasium am Mühlenberg) um die Wette rechnen. In der Unterstufe schaffte der Weber-Schüler Michel mit 18 Punkten in der Klassenstufe 6 den Sprung in die Auswahl. Die Sextaner Moritz (1. Platz, 20,5 Punkte, Voss-Schule) und Malte Günther (2. Platz, 20 Punkte, Freiherr-vom-Stein-Schule Oldenburg) komplettieren die elfköpfige Kreismannschaft. Die ersten drei Plätze der jeweiligen Altersklassen erhielten von der Sparkasse Holstein gesponserte Buchgutscheine, für Platz vier und fünf gab es eine Packung Süßes. Der eigentliche Lohn besteht jedoch darin, als Mannschaft im Februar für zwei Tage nach Flensburg zu reisen. Dort gibt es ab der achten Klasse die Möglichkeit, sich für die Landesmannschaft zu qualifizieren und im Juni beim Bundesentscheid in Cottbus anzutreten. Bei den Leistungen der Ostholsteiner ist das vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich.

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.