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„Mit den Finanzmärkten beschäftigen“ - Neuer Börsenwettbewerb für Eutiner Gymnasiasten

15.02.2015

Hausse, NASDAQ, Prime Standard. Vielleicht schon mal gehört, aber wirklich verstehen tut kaum jemand die kompliziert erscheinende Welt der Aktienmärkte. Hand aufs Herz, wer kann schon den Unterschied von DAX und MDAX erklären? Um mal einen Blick hinter die Kulissen der Finanzmärkte zu werfen, haben die Schülervertretungen der beiden Eutiner Gymnasien nun gemeinsam ein Börsenspiel initiiert.

„Das ist sicherlich eine gute Möglichkeit, die graue Theorie aus dem Unterricht mal in die Praxis umzusetzen“, meint Klaas Mielck, Schülersprecher der Carl-Maria-von-Weber-Schule. In Zusammenarbeit mit dem Voß-Schülersprecher Finn Schädlich organisiert er das Projekt in Eutin. Teilnehmen können alle Schüler aus den Oberstufen der beiden Schulen. Durchgeführt wird der eigentliche Wettbewerb von der Non-Profit-Organisation Tradity. Das Besondere dabei: Tradity ist ein Projekt von Schülern und Studenten. Es entstand ursprünglich 2013 als Abschlussprojekt für ein außerschulisches Bildungsprogramm, der „Junior Management School“. Mittlerweile nehmen bundesweit mehrere Tausend Schüler an dem Börsenplanspiel teil.

Zu Beginn bekommen alle Teilnehmer 100.000 Euro fiktives Kapital und können damit Wertpapiere kaufen. Am 16. Februar fällt der Startschuss, bis dahin haben die Schüler noch Zeit, sich mit dem System vertraut zu machen. Fünf Wochen lang, bis zum 20. März können die Teilzeitbroker dann investieren. Um möglichst nah am realen Marktgeschehen zu sein, werden die Preise in Echtzeit von der Börse Frankfurt übernommen. Gehandelt werden können alle Aktien und Wertpapiere, die auch auf dem Frankfurter Börsenparkett die Besitzer wechseln. In Rankings können die Teilnehmer sehen, wer am klügsten gehandelt hat. Für die erfolgreichsten Händler der Woche winken auch verschiedene Preise, der Eutiner Gesamtsieger wird sich gar auf ein Tablet freuen können. Das Gewinnen der Preise soll jedoch nicht das primäre Ziel sein: „Wer erfolgreich sein will, muss sich eigentlich zwangsläufig mit den Finanzmärkten und dem Marktgeschehen beschäftigen“, glaubt Finn Schädlich. Zudem wird in vielen Klassen das Börsenspiel unterrichtsbegleitend durchgeführt. In der Zeit des Wettbewerbes lernen die Schüler dann die Finanzmärkte, verschiedene Anlagenwerte und Strategien genauer kennen. Mielck dazu: „Der Finanzmarkt ist heutzutage so unglaublich wichtig, aber eigentlich wissen wir viel zu wenig darüber.“

Das Interesse scheint aber durchaus da zu sein, so wurde der Wettbewerb sehr gut angenommen. Bis jetzt haben sich schon 66 Schüler für den Eutiner Wettbewerb angemeldet. „Das Interessante ist, glaube ich, dass man wirklich mit seinen Freunden und nicht anonym spielt. So wurde in den Pausen schon jetzt diskutiert, ob es sich lohnen würde, in Porsche Aktien zu investieren. Das ist genau das, was wir erreichen wollten“, so Schädlich.

Tradity hebt sich gerade durch den Ansatz des „Social Trading“ hervor. Angelehnt an soziale Netzwerke können sich die Spieler austauschen, die Käufe anderer Nutzer einsehen und sind in Gruppen organisiert. Ganz nach dem Prinzip des Sozialen Netzwerkes „Twitter“, ist es möglich, jemandem zu „followen“. Dann werden die Aktionen des Freundes in den Neuigkeiten angezeigt. Zudem können die Schüler Anteile an anderen Spielern kaufen und so Geld in sie investieren. Die beiden Gymnasien nehmen zum ersten Mal am Tradity Projekt teil. Ob das Spiel in Eutin ein Erfolg wird, das wird sich noch zeigen, die Aussichten stehen aber nicht schlecht.

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.