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Bericht: Faire Modenschau

14.03.2015

Nachdem am Montag zuvor ein Workshop zum Thema Faire Mode stattgefunden hatte, stand am Abend des 26. Februars dann die Bewährungsprobe an. Rund 35 Schüler der Johann-Heinrich-Voß-Schule organisierten eine Modenschau mit ökofairer Kleidung sowie ein buntes Rahmenprogramm. Am Ende erhielten sie viel Applaus und Zuspruch.

„Musik an!“, ruft Mitorganisatorin Petra König. „Moment, der Laptop ist gerade abgestürzt“, antwortet eine Stimme aus dem Dunkel der Technikempore. So ganz rund lief noch nicht alles bei der letzten Probe kurz vor der Aufführung. Eine halbe Stunde später war davon allerdings nichts mehr zu merken. Fulminant eröffnet der Schüler Fynn Schmehling am Klavier die Veranstaltung. Nach einer kurzen Begrüßung durch die beiden Moderatoren Rosa (12. Klasse) und Lennart (11. Klasse) geht es dann los. Jetzt funktioniert auch die Musik, aus den Lautsprechern erschallt Tim Bendzkos Platinsong „Nur noch kurz die Welt retten“ – wie passend.

Allerdings herrscht Verwirrung, diesmal aber im Publikum. Dass die Models nicht mit ausgefallenen Kreationen mailändischer Modeschöpfer angetan sein würden, war natürlich allen klar. Aber zumindest etwas seltsam muss die Ökokleidung doch aussehen, oder? Ganz im Gegenteil, die Schüler hätten direkt aus dem Klassenzimmer auf den Laufsteg gehüpft sein können. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, was denn jetzt eigentlich die „sauberen Kleidungstücke“ sind: „Wir haben bewusst die Schilder heraushängen lassen, damit man überhaupt erkennt, welche Stücke fair sind. Auch wir hatten sonst oft Probleme, die Sachen auseinanderzuhalten“, verrät Helke, die das Projekt angestoßen hatte und auch modelte. Nun klärt das Moderatorenteam über faire Kleidung auf, schließlich geht es nicht nur um schicke Klamotten.

Als dann die ersten Vorurteile ausgeräumt sind, steht eine Hip-Hop-Tanzeinlage auf dem Programm. Natürlich stilecht in grau-melierter Jogginghose – ökofair versteht sich. Damit ist der nächste Abschnitt eingeläutet – Sportkleidung. Die gibt es nicht nur aus, für Sport recht schlecht geeigneter, Baumwolle, sondern auch aus Hightechfasern. Ein Beispiel dafür ist Lyocell. Diese Faser wird aus Zellulose hergestellt, die wiederum aus Holz gewonnen wurde. Somit müssen keine begrenzt vorhandenen fossilen Rohstoffe verwendet werden, die sonst oft den Ausgangstoff für Sportfasern darstellen. Auch Mathias Ahrberg, der am Montag vor der Modenschau in der Voß-Schule einen Workshop anbot, setzt für seine saubere Fahrradkleidung auf die moderne Faser. Nach Strickpullovern, Sommerkleidung, weiteren Tanzeinlagen und einer Verlosung von Gutscheinen und T-Shirts steht das große Finale an.

Ein letztes Mal geht es für die Models über den Laufsteg, währenddessen singt der Zwölftklässler Andreas. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist der bunte Abend zwischen schicker Mode, sozialer Verantwortung, Musik und Tanz dann vorbei. Zumindest auf die Schüler hat die Veranstaltung Eindruck gemacht: „Wir müssen kaum Kleidung zurückschicken, weil viele die Sachen, die sie getragen haben, direkt behalten wollen“, freut sich die Lehrerin Petra König. „Ich hätte nicht mit so großem Zuspruch gerechnet. Einige, die nicht kommen konnten, haben schon gefragt, wann die nächste Modenschau ist.“


F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.