Nachrichten

Weihnachtsfeier an der „Voß“ - einmal ganz anders!

23.12.2016

Die Voß-Schule hat in den 450 Jahren ihres Bestehens ja schon vieles gesehen – eine solche deutsch-arabische Weihnachtsfeier, wie sie am 17. Dezember stattfand, aber ganz sicher noch nicht! Es gab viele überraschte Gesichter, als die „Vossis“ - seit rund einem Jahr übrigens erfreulicherweise tatkräftig unterstützt durch eine Reihe von Schülerinnen und Schülern der Weber-Schule - wie gewohnt um 11 Uhr zu ihrem „Dienst“ im Rahmen des jeden Samstagvormittag an der Voßschule stattfindenden Projekts „Deutsch als Zweitsprache“eintrafen und diesmal aber statt Schulbüchern und Heften eine lange weihnachtlich geschmückte Tafel vorfanden!

Die überwiegend aus Syrien stammenden Sprachschüler/innen hatten sich als Überraschung und als Dankeschön für ihre jungen „Lehrerinnen und Lehrer“ etwas ganz Besonderes einfallen lassen:
Sie hatten die Idee gehabt und in die Tat umgesetzt, eine kleine Weihnachtsfeier auszustatten und dazu allerlei selbstgemachte arabische Spezialitäten zuzubereiten und mitzubringen – sogar für einen kleinen geschmückten Tannenbaum hatten sie gesorgt und ihn im Klassenraum aufgestellt.

Aber damit nicht genug - auch die vier Oberstufenschüler/innen, die das Projekt seit diesem Schuljahr von Schülerseite aus leiten (Luisa, Jonathan, Johann und
Azadeh Schuldt), hatten ihrerseits heimlich eine Überraschung vorbereitet, diese nun wiederum besonders für „ihre Schüler/innen“ aus dem arabischen Raum gedacht:
Sie hatten Weihnachtskekse gebacken, kannenweise Tee und Kakao mitgebracht – und so trafen nicht nur rund fünfunddreißig junge Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, sondern auch zwei tolle Ideen aufeinander, die sich in den folgenden rund zwei Stunden zu einem bunten, fröhlichen Beisammensein ergänzten!

Einer der Syrer (der mittlerweile an der KBS als unterstützende Lehrkraft im „DaZ“-Bereich arbeitet) hatte sogar eine komplette Rede vorbereitet und hielt diese auf Deutsch, um den Schülerinnen und Schülern beider Eutiner Gymnasien und den jeweils Aufsicht führenden Lehrkräften auf sehr berührende Weise im Namen aller Geflüchteten ausdrücklich für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken.
Bahaa erinnerte in seinen Worten daran, dass es im Februar 2015 die beiden damaligen Voß-Oberstufen-Schülerinnen Manou und Katharina waren, die gemeinsam mit der Lehrerin Dörte John das Projekt „ins Leben riefen“, das seitdem kontinuierlich an nahezu jedem Sonnabendvormittag läuft und bereits für viel sprachliche Unterstützung, aber auch für viele Kontakte untereinander gesorgt hat.
Im Anschluss an seine Ansprache überreichte er, unter dem kräftigen und dankbaren Beifall aller „Sprachschüler/innen“, Frau John und allen anwesenden deutschen Schülerinnen und Schülern dann sogar noch jeweils ein liebevoll ausgesuchtes und schön verpacktes kleines Geschenk.

Dieser Vormittag in unserer Schule war damit ein weiteres eindrucksvolles und tolles Beispiel dafür, dass das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen, Sprachen, Hautfarben und Religionen sehr wohl gelingen kann, wenn sich Menschen dafür einsetzen und sich engagieren und - ganz im „weihnachtlichen Sinne“ - ihre Herzen füreinander öffnen.

Schön, dass die gute alte „Voß“ das alles in ihrem nun 451. Jahr erleben durfte – und dass die beteiligten Menschen dies bei weiterem Fortbestehen dieses erfolg- und ertragreichen Projekts auch im nächsten Jahr weiter erleben können!

D. John