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Bericht über Ausstellung: 450 Jahre Voß-Schule

25.05.2016

„Brückenschläge“ heißt die Ausstellung in der Johann-Heinrich-Voß-Schule zu ihrem 450-jährigem Bestehen. Die Geschichte der Schule soll nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Kontext der Stadtgeschichte, aus Sicht von ehemaligen Schülern und vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen.

An verschiedenen Stationen werden daher Brücken geschlagen zu dem ehemaligen Schulleiter, Dichter und Übersetzer Johann-Heinrich Voß, dem Voß-Schüler und Künstler Paul Wunderlich oder der Eutiner Stadtgeschichte. Konzipiert und aufgebaut wurde die Ausstellung von der Klasse E0c/10c. Auf Seite der Schule haben Klassenlehrerin Kerstin Manns sowie die Kunst – und Geschichtslehrerin Katharina Neumann mitgewirkt. „Am Anfang waren wir ein wenig eingeschüchtert, weil wir so viele Materialien hatten, aber noch kein Konzept, wie wir den großen Raum füllen“, erzählt Manns. „Mit der Zeit haben sich die Schüler dann aber eingefunden und echt tolle Arbeit geleistet.“ Eine der wichtigsten Quellen für die Ausstellung war Ernst-Günther Prühs, der über Eutins Geschichte publiziert und mit 97 Jahren der älteste noch lebende Voß-Schüler ist. Die Schüler haben ihn besucht und das Gespräch aufgezeichnet. Ausschnitte davon können in der Ausstellung angehört werden. „Da waren zum Teil sehr bewegende Momente dabei“, so Manns. Eine weitere Quelle sind Fragebögen, die ehemalige Schüler und Lehrer ausgefüllt haben. Alle Ehemaligen der Schule sind gerne eingeladen, die „Wand der Erinnerungen“ um weitere Anekdoten zu ergänzen. Eine weitere Wand ist dem in der Schule gedrehten Tatort, „Reifezeugnis“ gewidmet.

Auch kritische Themen wurden nicht ausgespart. So beschäftigt sich die Ausstellung beispielsweise mit den rechten Strömungen im damaligen Gymnasial-Ruderverein Anfang der Zwanziger, die zu einem Überfall auf den liberal gesinnten Schuldirektor Dr. Modick führten. Ebenso wird der Schulalltag während des Dritten Reiches behandelt. Im Sportunterricht wurden beim Wehrsport Handgranatenweitwurf und Kleinkalieberschießen unterrichtet, Rassenkunde wurde als Unterrichtsfach eingeführt. Aus Chroniken, Zeitungsartikeln, Bildern und persönlichen Erfahrungen ergibt sich so ein detailliertes Bild der Schulgeschichte. Manns zeigt sich zufrieden: „Wir wollten eine unterhaltsame und informative Ausstellung aufbauen und das ist uns glaube ich gelungen. Es kam schon sehr viel positives Feedback.“

Die Ausstellung kann noch bis zum 03.06.2016 im zweiten Obergeschoss (Raum 2.1a) besichtigt werden. Geöffnet ist sie dienstags von 14.00 - 16.00 Uhr, donnerstags von 15.15 - 17.00 Uhr und nach Anmeldung im Sekretariat der Schule am Mo – Do von 9.00 – 15.15 Uhr und Freitag von 9.00 -13.00 Uhr (Tel: 04521-79460). Zusätzlich wird die Ausstellung heute und am 30.05. von 18.15-19.15 Uhr sowie in den Pausen der Musicalaufführungen geöffnet sein.

F. Schädlich

Vielen Dank an http://www.der-reporter.de für die Erlaubnis der Veröfffentlichung.