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Berichte vom USA-Austausch

25.11.2017

Im Folgenden finden sich drei Berichte vom diesjährigen Austausch mit Lawrence.

Die ersten zwei Wochen
Am 24. September morgens um 3.45 Uhr begann das große Abenteuer: Amerika, die Eutiner kommen! Der alljährliche Eutin-Lawrence Austausch war wieder ein voller Erfolg!
Wir trafen uns in Hamburg am Flughafen und konnten vor Aufregung kaum still stehen, in nur wenigen Stunden sollte unser Flug gehen, erst nach Amsterdam, dann über den Ozean nach Minneapolis, bis wir dann in Kansas City landen sollten. Während in den Köpfen unserer Eltern hauptsächlich die Angst, ihren Kindern könnte auf dieser Reise etwas passieren, präsent war, waren unsere Gedanken voller Fragen: Wie wird der lange Flug sein? Wird meine Gastfamilie mich nett empfangen? Werde ich mit der Familie klarkommen? Wie wird die Schule wohl sein? Hab ich auch sicher meinen Pass eingepackt? und noch so viel mehr schwirrte uns im Kopf herum.
Hätten wir zu diesem Zeitpunkt doch nur gewusst, dass all diese Fragen sich so positiv beantworten werden…
Zu unserer und vor allem wohl Frau Billkers Erleichterung haben wir den Flug ohne Schwierigkeiten überstanden und kamen müde aber freudig in Kansas City an, wo wir von den Gastfamilien voller Herzlichkeit empfangen wurden. Die Wiedersehensfreude mit den so lieb gewonnenen Austauschpartnern war groß.
Nachdem wir dann mit den Gasfamilien einzeln nach Lawrence fuhren, fiel die erste Aufregung von uns ab. Sofort hatte ich das Gefühl Teil dieser Familie zu sein und dieses Gefühl wird auf Ewig bestehen bleiben.
Die kommenden Tage waren beeindruckend für uns. Wir lernten die wundervolle Stadt Lawrence kennen und wurden für die High School angemeldet. Der Unterricht dort war zwar für uns völlig neu, doch schnell lebten wir uns an der Schule ein, wählten unsere eigenen Kurse, fanden neue Freunde und wurden zu echten High School Schülern.
Wir hatten diverse Aktivitäten mit der Gruppe in den ersten Wochen, so wurden wir von der Stadt im Rathaus begrüßt, trafen uns gemeinsam am Nachmittag und lernten mehr und mehr das amerikanische Leben kennen und lieben.
Besondere Highlights waren unser Ausflug in das Tallgrass Prairie Reservat, das uns die beeindruckende Natur Kansas‘ zeigte mit ewigen Weiten, sanften Hügeln und riesigen Bisons, die vor uns grasten. Wir besuchten ein richtiges NFL Football Game von der hiesigen Mannschaft, den Kansas Chiefs. Hautnah erlebten wir den Flair und den Sportsgeist auf einem solchen Event und waren sofort als begeisterte Fans mitten im Geschehen dabei. Auch das BBQ Dinner zu Ehren Herrn Vollertsen, der jahrelang den Austausch ermöglicht hat, war ein weiterer Punkt auf unserer Liste der wunderbaren Erlebnisse. Und schließlich durften wir am Wochenende noch den Homecoming Ball der Lawrence High School miterleben.
Doch es waren nicht nur die besonderen Aktivitäten mit der Gruppe, die Frau Billker für uns mit dem amerikanischen Lehrer Herr Scholz organisiert hatte, die unsere Zeit so einzigartig gemacht haben, es waren auch die einzelnen Momente mit unseren Gastfamilien, der gesamten Gruppe den Mitschülern, die uns gezeigt haben, wie das Leben in Amerika wirklich ist und uns ein ganz spezielles Lebensgefühl nahe gebracht haben.
E. Seubert

Die letzte Woche in Lawrence
Der Amerika-Austausch war für mich eine unglaubliche Erfahrung und immer in Erinnerung bleibende Zeit, die mir persönlich sehr gut getan hat und die mich über mich selbst eine Menge hat lernen lassen. Angefangen beim Zurechtfinden in einer viel größeren Schule und anderen Aufgaben, denen man zuteil wurde, was mir zeigte, Vertrauen in mich selbst zu haben, diese auch bewältigen zu können, über das Kennenlernen und Kontakt Knüpfen mit Jugendlichen einer anderen Kultur sowie auf einer anderen Sprache, was mich lehrte, offener und aufgeschlossener auf andere zuzugehen, bis zum Planen von außergewöhnlichen Erlebnissen mit der Gruppe, um eine gelungene und immer im Gedächtnis bleibende Reise zu erleben.
Beeindruckend waren die Sportmöglichkeiten in Amerika und wie diese für uns merklich an der High School für ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl sorgten. Damit verbunden war die Herzlichkeit eines jeden Amerikaners, den wir getroffen haben, uns ihre Lebensweise, Gebräuche und Traditionen zu vermitteln. Beispielsweise zelebrierten wir ein verfrühtes Thanksgiving Fest, bei dem wir sogar in den Genuss des typischen Truthahn-Essens kamen, schauten Football Games der High Schools, die alle Erwartungen vom gemeinsamen Einstimmen durch das Singen der eigenen Schulhymne bis zum Cheerleading, übertrafen oder hatten die Möglichkeit, an etwaigen extracurriculären Sportmöglichkeiten teilzunehmen, wie zum Beispiel dem Cross Country.
Nicht nur Tage, an denen wir Paintball spielen waren oder einen Ausflug nach Kansas City gemacht haben, wo wir ein Steamboatmuseum besuchten und uns danach einen kleinen Teil Kansas Cities, was zur Hälfte in Missouri liegt, erkundigten, sondern auch Kleinigkeiten wie das Cruisen mit meiner Host Sister und dabei Musik zu hören, Sleepover innerhalb der Gruppe, bei denen mir jeder einzelne sehr ans Herz gewachsen ist, oder auch einfache Einkäufe im Walmart oder Target, die mich lehrten, auch die scheinbar kleinen Dinge im Leben wertzuschätzen.
H. Georgiadis


Die Tage in Chicago
Irgendwann war es dann jedoch soweit: Wir mussten uns von unseren liebgewonnenen Gastfamilien verabschieden.
Es ging allerdings nicht zurück nach Deutschland.
Zum Abschluss unserer Reise in die USA ging es hoch in den Norden: Wir verbrachten unsere letzten Tage in der drittgrößten Stadt der USA, wir flogen nach Chicago.
Das Ausmaß der Stadt ist gigantisch. Wolkenkratzer neben Wolkenkratzer, alle ordentlich angereiht in den typisch amerikanischen Blocks, und doch war jedes Gebäude vom individuellem Erkennungswert. Die vielfältige Architektur war für uns aus der Kleinstadt atemberaubend.
Mittlerweile waren wir als Truppe richtig gut zusammengewachsen und hatten sehr viel Spaß miteinander.
Gleich am ersten Abend machten wir einen Spaziergang durch den Park, entlang des Ufers vom Lake Michigan, dessen Größe uns alle an die heimische Ostsee erinnerte und nicht an einen See.
In den darauffolgenden Tagen haben wir sehr viel von Chicago gesehen, besuchten viele Attraktionen und viele Erfahrungen gesammelt.
Dazu gehören ein Besuch im Field Museum, in welchem der berühmten T-Rex Sue ausgestellt ist, außerdem durften wir die vielen verschiedenen Tiere im Shedd Aquarium bewundern und haben einem Kino einen Besuch abgestattet, wobei diese das Klischee von Amerika eindeutig bestätigen: Alles war unglaublich riesig und die Sitze konnte man sogar in die Liegeposition fahren.
Zudem haben wir uns unter anderem Van Goghs Selbstporträt in der Gallery of Art angeguckt und waren im Science Museum, wo wir alle in einem Flugsimulator geflogen sind. Natürlich durften wir in unserer Freizeit auch in Kleingruppen die Stadt erkunden und haben tolle Plätze gesehen. Bei einem abendlichen Theaterbesuch sahen wir ein modern inszeniertes Stück des amerikanischen playwright Arthur Miller „A View from the Bridge“.
Mein Highlight war am letzten Abend unser Ausflug auf den Willis Tower hinauf. Wir waren genau zum Sonnenuntergang da, sodass wir die Stadt bei Tageslicht, in der Dämmerung und bei Nacht mit den ganzen Lichtern gesehen haben. Die Stadt sieht von oben wunderschön aus.
Während unseres Aufenthaltes haben wir aber auch kulinarische Erfahrungen sammeln können: Von der echten Chicago Pizza bis zum Steak House haben wir alles gerne probiert und konnten so manch eine Inspiration mit nach Hause nehmen.
Alles in einem war es ein wunderschöner Abschluss von einer wunderbaren Zeit unseres Lebens, an den ich mich immer erinnern werde.                       
L. Gradert