Unser Schulsozialhund Lucky

Nach einer fast zweijährigen Vorbereitungsphase hat die Schulkonferenz unserer Schule im November 2018 entschieden, dass es an der Schule einen Schulsozialhund geben soll. Im Januar 2019 hat unsere Schulleiterin Frau Dietrich dann mit Lucky, einem Parson-Russell-Terrier, einen geeigneten Welpen angeschafft, der bei ihr zu Hause lebt und sie fast jeden Tag in die Schule begleitet. Seit Mai 2019 absolviert sie mit Lucky die umfangreiche, mehrjährige Ausbildung zum Therapiebegleithund, ergänzend besucht Lucky wöchentlich die Hundeschule.

Ein Schulsozialhund kann ein Weg sein, Schülerinnen und Schüler im Schulalltag zu begleiten, zu unterstützen und ihre Entwicklung zu fördern; bereits die reine Anwesenheit eines Hundes wirkt sich positiv auf das Schulklima aus.
Lucky wird bei uns im Unterricht in Lerngruppen eingesetzt, in denen ein Einverständnis der Eltern vorliegt. Weiterhin kann der Hund in abgesprochenen Fällen zur „Einzelbetreuung“ im Büro oder Unterrichtsraum von Frau Dietrich von Schülerinnen und Schülern besucht werden oder mit ihnen und Frau Dietrich kleine Spaziergänge um das Schulgelände durchführen.
Zunächst erarbeitet Frau Dietrich mit den Lerngruppen, in denen der Hund anwesend sein soll, Allgemeines zum Umgang mit Hunden (z.B. Hundesprache verstehen, Umgang mit fremden Hunden). Anschließend wird der Hund vorgestellt und es werden spezielle Regeln für den Umgang mit dem Schulhund besprochen (z.B. streichelt immer nur eine Person den Hund; nach dem Streicheln werden die Hände gewaschen etc.).   
Die Kinder lernen Rücksichtnahme und Verantwortungsgefühl (z.B. Tür aufhalten; Hund ggf. schlafen lassen; den Hund mit frischem Wasser versorgen).

In der gezielten Interaktion mit dem Hund machen gerade Kinder, die im Bereich der Sozialkompetenz Probleme haben, die Erfahrung, dass eine angemessene Form der Kontaktaufnahme und eine soziale Sensibilität wichtig sind, damit sich der Hund ihnen zuwendet, dass sie dann jedoch unabhängig von sozial üblichen Kriterien wie Aussehen, Status, Kognition vom Hund akzeptiert und gemocht werden.
Durch gezielte Beobachtungsaufgaben wird die visuelle Wahrnehmung geschult, wobei das bewusste Erkennen der Signale des Hundes auch dabei hilft, besser auf die Mimik und Gestik der Mitmenschen zu achten und so in die Wahrnehmung mit einzubeziehen.
Gerade zum Abbau von Ängsten gegenüber Tieren im Allgemeinen und Hunden im Speziellen leistet der Schulhund einen wichtigen Beitrag. Die Kinder stellen langsam und im eigenen Tempo den Kontakt her und sammeln positive Erfahrungen. Da es sich bei Lucky um einen eher kleinen und „niedlichen“ Hund handelt, werden mögliche Ängste Hunden gegenüber mit ihm in der Regel sehr schnell abgebaut.
Nicht zuletzt kann der Hund ein guter Vertrauter, Tröster, Zuhörer oder Geheimnisträger sein. Das Streicheln des Hundes und die körperliche Nähe können Kindern helfen, wenn sie traurig sind oder Sorgen haben. In diesen Fällen kann der Hund auch ein guter „Brückenbauer“ sein.
Durch sein durchgehend freundliches und zugewandtes Wesen fliegen Lucky eigentlich alle Herzen zu, und dass er immer wieder auch für Spaß zu haben und mitunter ein richtiger Komiker ist, sorgt gerade bei unseren jüngeren Schüler*innen für viel Freude!