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Geschichte in Geschichten – Takis Würger sprach über seinen Roman „Stella“

22.03.2021

Am Dienstag, den 2. März, wurde der Distanzunterricht für etwa 120 Oberstufenschülerinnen und -schüler durch eine besondere Deutschstunde bereichert: Der Spiegel-Journalist und Schriftsteller Takis Würger stellte in einer Videokonferenz sein Buch „Stella“ vor, das vor zwei Jahren eine breite Debatte über den literarischen Umgang mit historischen Themen und vor allem der Shoa ausgelöst hatte. Bereits damals war der Autor zu einer Lesung in die Voß-Schule gekommen. Dass nun zuletzt die Taschenbuchausgabe des Romans erschienen ist, bot den Anlass für einen erneuten Besuch, auch wenn dieser sich coronabedingt nur online realisieren ließ.

Würger berichtete in der rund 90-minütigen Veranstaltung unter anderem über seinen beruflichen Werdegang, erörterte die Bedeutung von Literatur für das gesellschaftliche Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus und beantwortete viele Fragen der Schülerinnen und Schüler, die sich nicht zuletzt für das Verhältnis von historischer Wirklichkeit und literarischer Fiktion interessierten. So ergab sich am Ende eine rege und anregende Diskussion über die Chancen und Grenzen der schriftstellerischen Verarbeitung historischer Stoffe und Figuren. Insgesamt erhielten die Jugendlichen der Jahrgangsstufen 10 bis 12 einen spannenden und authentischen Einblick in die Produktion und Rezeption aktueller Literatur.

Takis Würger bleibt an der Voß-Schule allerdings auch über die Veranstaltung hinaus im Gespräch: Der Verein der Freunde und Förderer finanzierte einen Klassensatz seines jüngst erschienenen Buches „Noah“, in dem der Schriftsteller die beeindruckende Lebensgeschichte des Auschwitzüberlebenden Noah Klieger erzählt. Die Auseinandersetzung mit diesem Buch wird nicht nur im Unterricht, sondern auch in der Vorbereitung der geplanten Studienfahrt nach Auschwitz im Mai 2022 eine wichtige Rolle spielen.

Jan Ole Wiechmann